Bahnen & Technik

Unter Fahrdraht sollen auch Dieselloks elektrisch fahren

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Die Südostbayernbahn entwickelt einen „Stromversorgungswagen“ und erhält dafür den Innovationspreis „Intelligenz für Verkehr und Logistik”.

Züge auf elektrifizierten Strecken mit Diesellokomotiven fahren zu lassen, wird zwar geduldet, aber zunehmend als unzeitgemäß empfunden. Der Trassenpreis ist unabhängig von der Energieversorgung, doch sollen künftig die Vorteile des elektrischen Betriebs auch mit geeigneten Diesellokomotiven genutzt werden können.

Ausgerechnet die DB-Tochter Südostbayernbahn, die auf ihrem 550 km langen Regio-Netz nur gerade 21 km elektrifizierte Strecke befährt, hat sich zur Entwicklung eines „Stromversorgungswagens“ entschlossen. Ihre diesel-elektrischen Lokomotiven der Baureihe 245 sollen dann auf dem Streckenabschnitt München–Markt Schwaben aus der Oberleitung gespeist werden können. Freilich würde sich der Aufwand hier nicht lohnen, doch das Projekt ist über das eigene Netz hinaus angelegt und verspricht einige Nachfrage.

Der Stromversorgungswagen soll zwischen die Diesellokomotive und den Doppelstockzug eingereiht werden. Mit Stromabnehmer, Transformator und der an den elektrischen Teil der Lokomotive angepassten Leistungselektronik soll er unter der Fahrleitung die Energieversorgung übernehmen.

Lorbeeren hat die Südostbayernbahn schon mit dem Konzept einfahren können: Sie hat den renommierten Innovationspreis „Intelligenz für Verkehr und Logistik“ des Center for Transportation & Logistics Neuer Adler (CNA) in Nürnberg erhalten: „Mit ihrem innovativen Stromversorgungswagen geht die Südostbayernbahn einen wichtigen Schritt in Richtung emissionsarme Schienenmobilität. Das Konzept ist ein guter Ansatz, um den elektrischen Fahranteil auf teilelektrifizierten Strecken zu maximieren“, so Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, in ihrer Laudatio.

In Kauf genommen werden muss mit dieser Lösung allerdings, dass der Stromversorgungswagen auf den Streckenabschnitten ohne Oberleitung mitgeschleppt wird und das Zuggewicht erhöht, was wiederum auch höheren Energieverbrauch bedeutet. (NaNa / rrr)