Infrastruktur

Bahnstrecke bei Rastatt länger gestört

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Die Unterbrechung der wichtigen Bahnstrecke Karlsruhe–Basel durch eine Havarie beim Bau des Tunnels Rastatt wird länger dauern.

Wie die DB in einer Pressekonferenz am 15. August mitteilte, kam es in der Nacht zuvor zu erneuten Erdbewegungen. Zuletzt hatte die Bahn von einer Sperrung bis zum 26. August gesprochen. Nun ist davon die Rede, dass Experten einen „validen Zeitplan“ erarbeiteten.

Beim Bau des Tunnels Rastatt im Zuge der Neubaustrecke Karlsruhe–Basel ist am 12. August die nur wenige Meter starke Überdeckung eingebrochen und hat bei Niederbühl im Süden von Rastatt auf der bestehenden Rheintalbahn, die dort von der Neubaustrecke unterquert wird, zur Senkung der Gleise geführt. Der „Erdrutsch“ wurde von Sensoren erfasst, so dass der Zugverkehr sofort eingestellt werden konnte. Personen kamen nicht zu Schaden. Zur Stabilisierung der Baustelle wird der Tunnel auf 50 m Länge mit Beton verfüllt. Wie es heißt, haben sich die Tübbinge des Tunnels unter der Rheintalbahn verschoben. Die beiden Röhren des Rastatter Tunnels werden von zwei Tunnelbohrmaschinen aufgefahren. Wegen der geringen Überdeckung im betroffenen Bauabschnitt sollte die Standfestigkeit mit einem Vereisungsverfahren gewährleistet werden.

Es ist noch nicht absehbar, welche Auswirkungen der Unfall auf den Bau des rund 4 km langen Tunnels haben wird. Die betroffene Oströhre war zu etwa 97 Prozent gebohrt. Die Weströhre muss ebenfalls noch die Gleise der Rheintalbahn unterqueren. Die Arbeiten an ihr ruhen komplett. Ein Konzept zur „Fortführung der Tunnelbaumaßnahme“ werde von Sachverständigen erarbeitet, heißt es seitens der DB. Ursprünglich sollte der Tunnel 2022 eröffnet werden.

Während für den Personenverkehr Busse eingesetzt werden, bestehen erhebliche Probleme für die Güterbahnen. Der Verband Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE), in dem die nichtbundeseigenen Güterbahnen zusammengeschlossen sind, hat umgehend heftige Kritik an der DB geübt: „Dass nun alle Signale auf Halt für den mitteleuropäischen Nord-Süd-Schienengüterverkehr stehen, ist der traurige Höhepunkt eines Missmanagements, den die Politik und die DB zu verantworten haben“.

Für den Streckenabschnitt zwischen Rastatt und Baden-Baden bestehen höchstens weiträumige Umfahrungsmöglichkeiten. Die französische Strecke Lauterbourg–Strasbourg auf der linken Rheinseite ist nicht elektrifiziert und im deutschen Abschnitt zwischen Wörth (Pfalz) und der Grenze nur eingleisig. Außerdem ist bei Wörth ein Fahrtrichtungswechsel in Richtung Karlsruhe erforderlich. (rrr/lk/NaNa)