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Kein eigenes Geld erforderlich: Frankfurt kombiniert Fernbus- und Fahrradstation

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In Sachen Fernbusinfrastruktur fühlt sich Frankfurt vom Aufgabenträger Bund im Stich gelassen: Hier drücke er die Verantwortung den Kommunen auf, anders als bei Autobahnen oder Schienen, klagte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Mittwoch. „Es gibt für Bau, Betrieb und Instandhaltung eines Fernbusbahnhofs keinerlei Unterstützung, kein einziges Förderprogramm wurde aufgesetzt.“

Das sieht der Bund zwar anders – er verweist darauf, dass die Städte aus dem Entflechtungsgesetz Zuschüsse bekommen können, sofern das jeweilige Bundesland dies erlaubt.
Bis diese Streitfrage politisch geklärt ist, wollten Majer und der für Stadtentwicklung zuständige Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) nicht warten.
Denn die Zustände an den Fernbushaltestellen sind chaotisch, teilweise sogar gefährlich, auch für den Stadtbus- und Tramverkehr. Darauf haben die Fernbusbetreiber früh und wiederholt hingewiesen (ÖPNV aktuell 14/14). Zusammen mit Traffiq hat die Stadt daher erste Gegenmaßnahmen ergriffen (ÖPNV aktuell 29/14).
Nun aber soll das Provisorium durch etwas Richtiges abgelöst werden. Frankfurt muss dafür nicht einmal eigenes Geld in die Hand nehmen. Denn für das verkehrsgünstig gelegene Grundstück existiert bereits Baurecht. Sogar ein Hochhaus dürfte die Eigentümerin CA Immo bauen.
Doch die Entwicklung des Filetstückes stockt. Seit mehr als 25 Jahren wird über ein 100 m hohes Haus diskutiert. Die Pläne scheiterten mal an den Nachbarn, mal daran, dass Interessent Deutsche Bahn (DB) abwinkte und lieber eine Gebrauchtimmobilie, den „Silberturm“ bezog.
Nun ergreift CA Immo die Chance, das Areal endlich zu entwickeln – diesmal in drei Abschnitten. Der Investor trägt daher die Investitionen für den Fernbusbahnhof und das Interims-Parkhaus. CA Immo spricht von einem sowohl städtebaulich wie wirtschaftlich tragfähigen Gesamtkonzept.
Für den Betrieb wird die ABG Parkhaus-Betriebsgesellschaft übernehmen. Laut „FR“ sind für das städtische Unternehmen der Bundesdurchschnitt von 6 EUR Bus-Standgebühren für 30 Minuten der Orientierungspunkt.