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Monopolpreise nicht Teil der Nahverkehrszukunft

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Auftaktthema beim 7. ÖPNV-Innovationskongress war die Anpassung des Regionalbusverkehrs auf die alternde Gesellschaft, die schrumpfende Schülerzahl und die steigenden Ansprüche an die Mobilität.

Der baden-württembergische Landesverkehrsminister Winfried Hermann ist guter Hoffnung, dass die Grünen auch die nächste Landesregierung stellen werden – und will dann einen zweiten Anlauf zur Reform der Finanzierung starten.
Dass die Landtagswahlen im Frühjahr 2016 zugunsten der Grünen ausgehen würden, drückte der Minister bei der Auftaktveranstaltung am Montag, 9. März, in einem restlos besetzten Saal des Freiburger Konzerthauses aus.
Und auch bei einer Podiumsrunde am nächsten Morgen zur Eröffnung des eigentlichen Kongressprogramms wiederholte Hermann seine Überzeugung, dass die heutige Finanzierung nicht zukunftstauglich sein kann, wenn die Schülerzahlen so stark zurückgehen.
Sein Versuch einer Verländerung und Kommunalisierung des 45a-Ausgleichs war 2014 gescheitert, am Widerstand der Aufgabenträger ebenso wie an dem des Mittelstands, der schon eine Busdemo nach Stuttgart organisiert hatte.
Man müsse aber Schülerverkehre und den ÖPNV künftig „entkoppeln“, um eine umweltfreundliche und kundengerechte Mobilität sicherzustellen, befand Hermann. Bis dahin seien aber noch „einige Barrieren“ abzubauen, außerdem „Besitzstände“.
Die Beharrungskräfte der Branche seien groß, bedauerte Hermann. Aber wer nur sage, was er nicht wolle, verschlafe die Chance, die sich daraus ergebe, wenn der Bus bzw. der Nahverkehr insgesamt mit dem großen Wettbewerber Auto gleichziehe. „Wer die Zukunft nicht vorbereitet, ist Vergangenheit“, betonte Hermann.

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