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S-Bahn Nürnberg: NX appelliert an DB-Fairness – 1,4 Mrd. EUR Umsatz

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Geht es nach der BEG, werden die Briten ab Dezember 2018 zwölf Jahre lang die Nürnberger S-Bahn betreiben. Sie setzen dabei auf Fahrzeuge des tschechischen Herstellers Skoda. Bis Freitag, 13. Februar, können unterlegene Bewerber die Vergabe noch anfechten. NX-Deutschlandchef Richter appelliert an DB Regio, sich als guten Verlierer zu beweisen.

Wie die Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) mitteilt, hat sich National Express (NX) in beiden Losen in einem „europaweiten freihändigen Wettbewerbsverfahren“ durchgesetzt.
Auf dem auf 272 km Länge anwachsenden Streckennetz soll künftig durchgehend ein 20-Minuten-Takt angeboten werden (heute 20/40).
„Das Fahrplanangebot können wir insbesondere dann verbessern, wenn die Deutsche Bahn die Infrastruktur fertig ausgebaut hat“, schränkte BEG-Chef Johann Niggl ein. Sicherheitshalber wird eine stufenweise Betriebsaufnahme geplant.
NX will 38 neue, einstöckige, fünfteilige „Regiopanter“ einsetzen. Hersteller Skoda hat den Auftrag bestätigt; die Tschechen beziffern den Auftragswert mit 360 Mio. EUR.
„National Express ist erfreut, abermals einen Schienenvertrag in Deutschland gewonnen zu haben“, kommentierte Konzernchef Dean Finch den Erfolg. Bei NX sind offensichtlich die Sektkorken geflogen, aus mehreren Gründen:
- Umsatzzuwachs: In Nürnberg rechnet NX nach eigenen Angaben mit 1,4 Mrd. EUR Umsatz über die zwölfjährige Vertragslaufzeit.
- Bestätigung für das Management: Mit dem BEG-Erfolg „ist bewiesen, welche ausgezeichnete Wachstumschancen Deutschland unserem Konzern bietet“, ergänzte Finch. Er hat den Großinvestoren das „Go Germany“ schmackhaft gemacht, konnte ihnen aber bislang nur den Gewinn von „RE7/RB48“ in NRW ab Dezember 2015 melden. Finch musste im letzten Sommer einräumen, dass man sich in Sachen Fernbus vergaloppiert hatte. Umgehend wurde das teure Experiment „City to City“ (C2C) eingestampft.
- Bestätigung für die Strategie: NX hat 2009 feindliche Übernahmen abgewehrt und seitdem seine Schuldenlast spürbar gedrückt, muss den Analysten aber nach wie vor beweisen, dass die strategischen Einschätzungen Bestand haben.

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