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SNCF-Partner CPQD übernimmt britische Anteile am Eurostar

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Falls sich die Deutsche Bahn (DB) tatsächlich Hoffnungen gemacht haben sollte, ins Konsortium der Kanaltunnelbahn Eurostar zu gelangen: Diese Hoffnung ist jedenfalls jetzt zerstoben.

Denn Großbritannien wird seinen 40-prozentigen Anteil an die Québecer Landesbank CDPQ und den Fonds Hermes Infrastructure veräußern. Das hat Schatzkanzler George Osborne am Mittwoch bekannt gegeben.
CPQD ist in der Verkehrsbranche seit längerem aktiv, als Juniorpartner der SNCF-Expansionsholding Keolis. Als der französischen Bahn in der Bankenkrise zunächst der Investor 3i, später die Versicherung Axa als Mitgesellschafter abhanden kam, sprangen die Kanadier ein. Im Unterschied zu ihren Vorgängern fanden sie Gefallen am öffentlichen Verkehr und vertieften ihr Engagement sogar noch (ÖPNV aktuell 17/10, 32/12).
Hermes wiederum gehört zur Pensionskasse der früher staatlichen British Telecom (BT). Die Transaktion spült 757,1 Mio. GBP in den britischen Haushalt, etwa 1 Mrd. EUR. Das sei „viel mehr“ als erwartet und somit „ein fantastischer Handel für den Steuerzahler“, teilte die Londoner Regierung offiziell mit. Dort habe man zunächst mit einem Kaufpreis um 300 Mio. GBP gerechnet, meldet der „Guardian“.

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