Politik & Recht

Niedersachsen in den Verbänden des privaten Verkehrsgewerbes führend – Kein Ostdeutscher mehr im BDO-Vorstand

·

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) hat Karl Hülsmann zu seinem neuen Präsidenten gewählt. Damit hält das private niedersächsische Straßenverkehrsgewerbe nun auf Bundesebene Schlüsselpositionen in allen entscheidenden Verbänden inne.

Der Rücktritt von Wolfgang Steinbrück nach der Insolvenz seines Unternehmens hatte den BDO gezwungen, seine Spitze neu zu ordnen. In die vakante Position des Präsidenten wurde am 7. November in Berlin der GVN-Busvorsitzende Hülsmann gewählt – einstimmig, wie der Mittelständlerverband mitteilt. Auf den dadurch freigewordenen Posten eines Vizepräsidenten rückte Sandra Schnarrenberger vom Landesverband bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) auf. Der Rheinländer Ralf Weltersbach setzt seine Arbeit als Vizepräsident fort und komplettiert damit das dreiköpfige BDO-Präsidium.

Neu im Vorstand ist der Dagebüller Busunternehmer Klaus Schmidt. Damit ist der Omnibusverband Nord (OVN) wieder in diesem Gremium vertreten. Die weiteren vier Vorstandspositionen standen bei der diesjährigen Mitgliederversammlung nicht zur Wahl. Hans Gassert, Lothar Kastner, Ulrich Rau und Karl Reinhard Wißmüller setzen ihre Arbeit bis zu den nächsten regulären Vorstandswahlen unverändert fort.

Wurden die privaten Busunternehmer auf dem Gebiet der ehemaligen DDR Mitgliedschaft bislang durch Steinbrück repräsentiert, sind sie nun nicht mehr im BDO-Vorstand vertreten. Dort bleibt Schnarrenberger weiterhin die einzige Frau. Allerdings stehen der Geschäftsstelle des Verbandes bereits zwei Frauen vor: die Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard und ihre Vertreterin Anja Ludwig. Leonard zeigte sich erfreut über Hülsmanns Wahl: "Wir können als private Busbranche froh sein, auch in Zukunft einen so fachkundigen und engagierten Präsidenten an der Spitze der Interessenvertretung zu haben." Sie habe in den zurückliegenden Monaten bereits sehr gut und erfolgreich mit ihm zusammengearbeitet.

Hülsmann ist geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Hülsmann-Reisen mit Sitz in Voltlage bei Osnabrück und mehreren Filialen vom Münsterland bis zum Emsland. In seinem mehr als 80-jährigen Unternehmen bietet er ÖPNV auch Bustouristik an. Seit 2004 gehört der Unternehmer bereits dem BDO-Vorstand an. Als unbedingter Verfechter eines privat organisierten und eigenwirtschaftlich erbrachten ÖPNV hat er diverse bundesweit beachtete Rechtsstreitigkeiten mit Aufgabenträgern, Genehmigungsbehörden und Kommunalunternehmen durchgefochten. Dabei nutzte der Unternehmer virtuos zum Beispiel Kartell-, Gewerbe- und Europarecht und fürchtete sich nicht davor, mit seinen Positionen in der kommunalen Familie anzuecken. Nun hofft er, dem mit der Wahl zum BDO-Präsidenten verbundenen Auftrag und Anspruch "gerecht werden zu können". Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit vertritt Hülsmann das Omnibusgewerbe bereits als Vizepräsident des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN), wo er der Fachsparte Omnibus und Touristik vorsitzt.

Mit der Wahl Hülsmann zum BDO-Präsidenten kann der GVN seinen bundesweiten Einfluss auf die Gewerbepolitik des mittelständischen Straßenverkehrsgewerbes abermals ausbauen. So ist der GVN-Präsident Mathias Krage außerdem Präsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV). Der Bundesverband des Taxi- und Mietwagengewerbes (BZP) hat den GVN-Vizepräsidenten Michael Müller vor wenigen Tagen an der BZP-Spitze bestätigt. Hubertus Kobernuß wiederum, ein weiterer GVN-Vizepräsiden, ist Chef des Kühltransport-Verbandes Transfrigoroute, und das GVN-Mitglied Frank Schäfer von der Firma L. Spangenberg steht seit September an der Spitze des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ).  (msa/NaNa Brief)