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Ab 2020: E-Busse für die Ruhrbahn

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Ist eine Elektrifizierung der Buslinien im Bedienungsgebiet der aus Essener Verkehrs-AG und Mülheimer Verkehrsgesellschaft hervorgegangenen Ruhrbahn betrieblich und technisch möglich sowie wirtschaftlich sinnvoll? Die Antworten liefert nun eine Machbarkeitsstudie.

Als relevante Elektrobuskonzepte wurden von den Studienverfassern ebusplan Batterie- und Brennstoffellenbusse identifiziert und betrachtet. Mit Blick auf die Umweltauswirkungen unterscheiden sich beide Konzepte bei Bezug von Ökostrom kaum. „Durch die Umstellung auf Elektrobusse können gegenüber der Dieselreferenz mit Abgasnorm Euro VI nicht unerhebliche Mengen an globalen und lokalen Emissionen eingespart werden. Bei einer vollständigen Umstellung auf Elektrobusse können jährlich mindestens 25.500 Tonnen CO2, 9,5 Tonnen NOx und 200 Kilogramm Feinstaub eingespart werden“, erklärt Matthias Rogge, Geschäftsführer von ebusplan. Der entscheidende Unterschied liege in der Wirtschaftlichkeit beider Konzepte: Betrachte man die Lebenszykluskosten, so sei der Brennstoffellenbus die mit Abstand kostenintensivste Lösung. Die Kosten über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs betragen laut Studie das 1,8- bis 2,4-fache im Vergleich zu Dieselbussen. Batteriebusse mit Gelegenheitsladung seien für die regulären Linien dagegen in der Regel die kosteneffizienteste Lösung. „Die Investitionskosten für Ladeinfrastruktur fallen im Vergleich zu den Beschaffungskosten für Fahrzeug und Energiespeichersystem sowie den Betriebskosten nur gering ins Gewicht“, erklärt Rogge den Unterschied.

Im Rahmen der Studie wurde auch ein Umstellungskonzept erarbeitet. Dieses empfiehlt eine schrittweise Einführung von E-Fahrzeugen in die Flotte. „Mit den notwendigen Vorlaufzeiten für die Beschlussfassung, die Finanzierung, die Beschaffung und Lieferung der ersten Fahrzeuge erscheint eine frühestmögliche Umstellung ab 2020 realistisch“, beschreibt Rogge den zeitlichen Horizont. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie wurden dem Aufsichtsrat der Ruhrbahn bereits vorgestellt. Im Rahmen eines Pilotprojekts soll nun der Einsatz von Batteriebussen mit Depotladung auf zunächst je einer Linie in Essen und Mülheim vorbereitet werden. Wie die „WAZ“ berichtet, soll der Testbetrieb in Essen mit fünf Bussen auf der Linie 144 zwischen Kray und Stadtwaldplatz erfolgen.

In einem nächsten Schritt soll die Studie weiter ausgearbeitet werden. „Die Investitionskosten für die benötigten neun Elektrobusse sind im Vergleich zum Dieselbus um 2,4  Mio Euro höher. Eine vollständige Finanzierung aus Eigenmitteln ist nicht möglich, daher werden wir alle Förderprogramme/-möglichkeiten prüfen“, erläutert Ruhrbahn-Geschäftsführer Uwe Bonan. Des Weiteren müsse man die notwendigen Umrüstungen der Werkstätten und Betriebshöfe überprüfen und finanziell bewerten. 2018 sollen die Ergebnisse der Spezifizierungen und Prüfungen dem Aufsichtsrat zur Beratung und Entscheidung vorgelegt werden. (mab/NaNa)