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Hoher Puls wegen DB-Baustellen

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Dass Bund und DB das Bestandsnetz ertüchtigen, freut Besteller wie Ersteller. Aber sie leiden massiv unter den Auswirkungen, erwägen deshalb verstärkt Schadensersatz einzuklagen. Forderungen gehen auch an die Politik: Sie müsse volkswirtschaftliche Anreize in der LuFV verankern. Gemeinsam ist der Branche die Sorge um eine teils nachhaltige Abwanderung von Fahrgästen, zum Beispiel zu Mitfahrerplattformen oder dem Fernbus. DB Netz will sein Baustellenmanagement verbessern.

Der Puls beschleunigt sich bei vielen Markteilnehmern schon dann, wenn das Thema „Fahren und Bauen“ nur angesprochen wird. Davon ist BAG-SPNV-Präsident Thomas Geyer überzeugt. Den heißen Punkt hat er daher auf die Wettbewerbstagung des Verbandes am 9. März in Fulda gesetzt.

Wie heiß die Diskussion ist, verdeutlichten BEG-Chef Johann Niggl und Netinera-Chef Jost Knebel an Beispielen. So hatte DB Netz für die 2018 geplanten Baumaßnahmen zwischen Feldmoching und Freising zunächst eine Totalsperrung geplant.

Davon wären 50.000 Fahrgäste täglich betroffen gewesen. Wo man 600 Busse für den SEV herkommen sollten, und dass sie dann auf der ohnehin staubelasteten A9 stecken blieben, das habe den Bauherren zunächst nicht interessiert.

Niggl forderte, dass DB Netz die bei Dritten – speziell also bei Aufgabenträgern und EVU – anfallenden Kosten in seine Kalkulation einbeziehen müsste. Die Generationenaufgabe, die Schieneninfrastruktur zu ertüchtigen, erfordere bessere Regularien. Seine Forderung lauten:
• regionale Eingrenzung
• systemische Betrachtung der Baumaßnahmen
• Reduzierung der Auswirkungen (z.B. eingleisiger Betrieb statt Vollsperrung)
Niggl attestierte DB Netz, interne Abläufe zu verbessern. Aber es müsse mehr geschehen. Das war auch der Tenor bei Netinera-Chef Jost Knebel. Er führte Beispiele an, wo das EVU baustellenbedingt 300.000 EUR an Pönalen zahlen muss, von DB Netz aber nur eine Erstattung von 300 EUR bekommt. (msa/NaNa Brief)

Den gesamten Beitrag lesen Abonnenten im NaNa Brief 15+16/17 vom 11.04.2017.