Interviews

„Der ‚Fall Pforzheim‘ hat uns einiges gezeigt“

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Im Vorfeld des Freiburger ÖPNV-Innovationskongresses hat der „NaNa-Brief“ den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann zur Zukunft des ÖPNV auf dem Lande befragt, zur geplanten 45a-Verländerung und -Kommunalisierung und zu den Stuttgarter Einfahrtsverboten für Dieselbusse. In einer intermodalen Betrachtung fehlten auch der Fernbus und der SPNV nicht, der gerade durch Qualitätsprobleme von sich reden macht. Damit Abellio und auch der Neuling Go-Ahead einen sauberen Start hinlegen, gibt es Projektarbeitsgruppen. Die Fragen stellte Chefredakteur Markus Schmidt-Auerbach.

NaNa-Brief: Herr Hermann, im Programm des ÖPNV-Innovationskongresses kommt ein Wort nicht vor:  Verkehrsvermeidung. Befassen sich die Grünen nur noch mit Verkehrsoptimierung?

Winfried Hermann: Apelle zu Verzicht sind aus der Mode gekommen, weil sie wenig wirken und bewirken und oft als Bevormundung wahrgenommen werden. In einer Gesellschaft, die in so hohem Maße auf Mobilität angewiesen ist und die sich so stark über Mobilität definiert – denken Sie nur an Pendler oder Fernbeziehungen –, ist die Politik gefordert, Mobilität zu ermöglichen, ohne Umwelt und Klima zu schaden.

NaNa-Brief: Wie soll dies erreicht werden?

Hermann: Wir haben den Gedanken der Verkehrsvermeidung politisch nicht aufgegeben. Er gehört fest zu den fünf V unserer Verkehrspolitik: 1. Verbesserung der ökologischen und ökonomischen Effizienz des Verkehrs, 2. Verlagerung auf den sinnvollsten Verkehrsträger, 3. Vermeidung unnötigen Verkehrs, 4. Vernetzung aller Verkehrsmittel und 5. Vorbild, Vorreiter sein für nachhaltigen Verkehr. Das ist mir ein persönliches Anliegen: neue Entwicklungen forcieren, anstoßen. Deshalb auch der ÖPNV-Innovationskongress. Wir wollen uns dem Wandel der Mobilität stellen, Anstöße geben, neue Geschäftsmodelle diskutieren oder das autonome Fahren fördern, zum Beispiel im Workshop „autonomer On-Demand-Verkehr“. (msa/NaNa Brief)

Das gesamte Interview lesen Abonnenten im NaNa Brief 10/17 vom 07.03.2017.