Bahnen & Technik

Siemens stellt ersten Mireo vor

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Mireo heißt der neue elektrische Single-Deck-Gliederzug von Siemens Mobility für den Regionalverkehr. Am 6. Dezember wurden im Siemens Prüf- und Validationcenter (PCW) in Wegberg-Wildenrath die ersten Triebzüge der Baureihe präsentiert.

Sie gehören zu insgesamt 24 dreiteiligen Mireo, die DB Regio beziehungsweise das baden-württembergische Verkehrsministerium im Februar 2017 für das "Vergabenetz 4 Rheintal Los 2" bestellt haben. Auf diese Erstbestellung folgte im Juli 2017 eine zweite Order – wiederum durch DB Regio – über 57 Mireo-Dreiteiler für die S-Bahn Rhein-Neckar, Netz 6b.

Die Mireo-Züge werden im Siemens-Werk in Krefeld-Uerdingen gebaut und im PCW in Betrieb gesetzt. Acht Vorserienfahrzeuge sollen in den kommenden Monaten ein Testprogramm absolvieren. Der Hersteller betont als Vorteil der neuen Zugplattform insbesondere "weniger Gewicht" dank Leichtbaustruktur in Aluminium-Integralbauweise, innengelagerten Drehgestellen und Gliederzug-Konzept. Siemens setzt im Mireo erstmals seinen neuen Transformator-Typ Tractronic Thinity ein, der gegenüber den bisherigen Transformatoren rund 25 Prozent leichter ist und auch unterflurig montiert werden kann.

Laut Siemens führen Leichtbauweise, energieeffiziente Komponenten und intelligentes Bordnetzmanagement zu einem um 25 Prozent reduzierten Energieverbrauch im Vergleich zu Vorgängerfahrzeugen. Die spurtstarken Züge für DB Regioerreichen ein Höchsttempo von 160 km/h. Varianten sind den unterschiedlichen Einsatzbedingungen geschuldet: Die Züge für die Rheintal-RB bieten 220 Sitzplätze, vier Einstiegsbereiche und 610 mm Einstiegshöhe, während die S-Bahn--Mireo 200 Sitzplätze, sechs Einstiegsbereiche und 800 mm Einstiegshöhe aufweisen werden.
Für die Zugplattform Mireo planen Siemens, Ballard Power Systems und die RWTH Aachen die gemeinsame Entwicklung eines modularen Traktionsbaukastensystems mit Brennstoffzelle. Damit soll der Zug verschiedene Einsatzbereiche flexibel bedienen können – sowohl batterie-elektrisch als auch oberleitungslos mithilfe von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen. Die Einsatzreife der Brennstoffzelle ist für 2021 geplant. (as/NaNa)