Hamburg: 425 Mio Euro für die Ertüchtigung von S-Bahn-Strecken

Bei der S-Bahn Hamburg kommt eine zusätzliche Linie nach Harburg nun erst 2029. Derweil werden die Verbindung zur Elbgaustraße und City-Strecken für einen 120-Sekunden-Takt ausgelegt.

Mehrfach wurde in Hamburg seit 2010 die Kapazitätserweiterung für die mit 140.000 Fahrgästen am stärksten belastete Strecke nach Harburg und Neugraben in Form einer zusätzlichen Linie unter dem Arbeitstitel S32 auf der Bestandsstrecke angekündigt, aber deren tatsächliche Einführung immer wieder verschoben. Seit 2022 galt eigentlich der Fahrplanwechsel 2027/28 als Startdatum. Ende Oktober gab es eine erneute Ankündigung dieser Linie, die aber nun noch später kommt – zum Fahrplanwechsel 2029/30. So lange dauere es, vier zusätzliche Gleichrichterwerke zu bauen und die Stellwerkstechnik zu erneuern. Anders sei die zusätzliche Linie nicht zu realisieren.

Hamburg fasst die dafür notwendigen Infrastrukturanpassungen in einem Maßnahmenpaket zusammen, von dem auch die von rund 50.000 Fahrgästen täglich genutzte Bergedorfer S-Bahn profitieren soll, die künftig ganztägig alle fünf Minuten und mit jedem zweiten Zug als Langzug von einer S 2 bedient werden soll. Hintergrund ist wie bei der Harburger S-Bahn ein für die nächsten Jahre erwartetes Fahrgastwachstum. Neben drei neuen Gleichrichterwerken soll nun auch endgültig das an sich ausreichend lange Wendegleis in Altona die entsprechenden signaltechnischen Anpassungen für Langzugberieb erhalten. Ebenso soll im Nordwesten die Strecke bis Elbgaustraße für Zugabstände von 120 Sekunden hergerichtet werden. Auch die beiden Stammstrecken müssen ertüchtigt und die Stromversorgung rund um den Hauptbahnhof neu geordnet werden, damit im Störungsfall von der nächstgelegenen Station aus ein Notbetrieb aufrechterhalten werden kann. Die Maßnahmen sollen voraussichtlich Ende 2029 abgeschlossen sein.

Die Hansestadt Hamburg beziffert den gesamten Finanzbedarf auf knapp 425 Mio Euro, wobei ein neues digitales Stellwerk für die Innenstadt noch nicht eingerechnet ist. Um die Maßnahme zu beschleunigen, soll statt der eigentlich angestrebten Finanzierung nach LuFV ein GVFG-Verfahren vorangebracht werden zur Förderung einer nachhaltigen Modernisierung von Bestandsinfrastruktur. (FM)

Infrastruktur
Artikel Redaktion Bus&Bahn
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