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DB-Regio-Signale: Immer mehr Aufgabenträger suchen das rechte Marktdesign

Im Busforum der „DB-Regio-Signale“ stand dieses Mal auch die Zukunft des Busmarktes zur Debatte. Kontroversen blieben am 7. November in Frankfurt am Main aber aus. Anders als in der Debatte um Ausschreibungsbedingungen und Wettbewerbsgestaltung waren sich die Beteiligten bei wesentlichen Themen schnell einig: In der Fläche sind flexible Mobilitätskonzepte gefragt.
Dort brauchen Aufgabenträger für die Finanzierung der Daseinsvorsorge ÖPNV künftig mehr Geld, hieß es übereinstimmend. Dieses Geld dürfe künftig durchaus auch in größerem Umfang aus Regionalisierungsmitteln stammen.
Damit war die entscheidende Frage zwar nicht beantwortet, aber gestellt: Wie muss der Öffentliche Straßen-Personenverkehr (ÖSPV) gestaltet sein, damit Aufgabenträger ihn finanzieren und Verkehrsunternehmen auskömmlich wirtschaften können?
Trotz der Einigkeit im Ruf nach mehr Geld zeigte sich schnell, dass die Praxis weiterhin genug Diskussionsstoff übrig lässt. „Wir können es uns nicht leisten, im Rahmen der Daseinsfürsorge defizitäre Verkehre zu fahren“, stellte DB-Busvorstand Michael Hahn zum Auftakt fest. Gleichwohl sehe sich DB Regio Bus als Partner der Aufgabenträger, auch wenn diese dem Markt durch Inhousevergaben immer mehr Verkehre entzögen.
„Wir wissen, wo wir unser Geld verdienen und schließen nichts aus“, bekannte Hahn. „Bruttoverkehre, Nettoverkehre, Werksverkehre, Zubringer- und Flughafenverkehre – solange Aufträge berechenbar sind, sind sie für uns interessant.“ Ziel sei es, den bundesweiten Regionalbus-Marktanteil von etwa 30 % zu halten.
In Einzelfällen nehme der verkehrsrote Konzern an Wettbewerbsverfahren nicht teil. „Für Ausschreibungen ohne transparente Bewertungskriterien, etwa bei fehlender Indexierung oder fehlender Fortschreibung von Diesel- oder Personalkosten, halte ich meinen Kopf nicht hin“, machte Hahn deutlich. Beispiele dafür gebe es etwa in Sachsen-Anhalt.

Mehr zu dem Thema finden Abonnenten von ÖPNV aktuell in Ausgabe 91/13.

Artikel Redaktion Bus&Bahn
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