Nachrüstung senkt Emissionen von Bussen

Ältere Stadtbusse können durch Nachrüstung fast vollständig sauber fahren – bezogen auf Stickstoffoxid. Das zeigt ein vorläufiger Testbericht des ADAC Württemberg.

Im Rahmen des Projekts zur hardwareseitigen Nachrüstung an Pkw und leichten Nutzfahrzeugen hat der Automobilclub zusätzlich die vom TÜV Nord erhobenen Testergebnisse eines nachgerüsteten Stadtlinienbusses ausgewertet. Das baden-württembergische Verkehrsministerium fördert das Projekt. „Die bisherigen Erkenntnisse zeigen, dass mit einer Hardware-Nachrüstung von Stadtbussen eine beeindruckende Senkung der Schadstoffe möglich ist. Diese Potenziale müssen unbedingt ausgeschöpft werden“, betont Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).

Konkret wurden die Emissionen im realen Verkehr auf einer Buslinie vor und nach dem Einbau eines SCR-Systems (SCR: Selective Catalytic Reduction) an einem gebrauchten Fahrzeug gemessen. Abschließende Ergebnisse, auch zum praktischen Ablauf und zur Kostenschätzung des Umbaus, werden Ende Februar erwartet. Zwei vorläufige Ergebnisse zeichnen sich bereits ab: „Die Machbarkeit einer Hardware-Nachrüstung bei dem untersuchten Bus der Euro-V-Klasse ist gegeben und die Wirksamkeit der Nachrüstung ist hoch“, erklärt Thomas Kassner, Vorstand Technik und Umwelt beim ADAC Württemberg. Laut Bericht können die NOx-Emissionen um mehr als 90  Prozent gesenkt werden.

Für Städte, in denen die NO2-Immissionsgrenzwerte noch Jahre überschritten sein dürften, wäre die Nachrüstung älterer Busse ein „sehr effektiver und kostengünstiger Beitrag“, um die NOx-Emissionen spürbar zu verringern. An Straßen mit hohem Busverkehrsanteil könne dieser Beitrag sogar entscheidend dazu beitragen, die Grenzwerte zu unterschreiten. Die Ergebnisse belegen laut Ministerium Forderungen an die Bundesregierung, die Umbaukosten öffentlich zu fördern. Dies war bei einem Spitzentreffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Vertretern aus Ländern und Kommunen in Aussicht gestellt worden. Hierzu müssten auch zulassungsrechtliche Fragen für die Nachrüstbauteile durch das Bundesverkehrsministerium geklärt werden. Hermann: „Wenn die Nachrüstung tatsächlich so viel Reduktion bringt, muss der Bund rasch die zulassungsrechtlichen Fragen klären und die Umrüstung fördern. Wir setzen uns jedenfalls für eine Bundesförderung ein und haben das Bundesverkehrsministerium über den Versuch und die Ergebnisse informiert.“ (mab/NaNa)

Politik & Recht
Artikel Redaktion Bus&Bahn
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