Politik & Recht

Investitionen in Schiene legitim

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Beim Parlamentarischen Abend der Parlamentsgruppe Schienenverkehr (PG Schiene) im Bundestag waren sich die Entscheidungsträger aus Politik, Industrie und Verkehrsdienstleistern darin einig, dass massive Investitionen in Schienennetz und -fahrzeuge gerechtfertigt sind, um künftig sowohl das Verkehrsaufkommen bewältigen als auch die Klimaziele erreichen zu können.

Das Deutsche Verkehrsforum (DVF) lud für die PG Schiene Vertreter des Verkehrsausschusses, des Bundesverkehrsministeriums, der Deutschen Bahn und der Industrie ein, um über Chancen, Nutzen und Kosten der Digitalisierung zu sprechen. Dabei sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses und Vorsitzende der PG Schiene, Cem Özdemir (Grüne), es sei das gemeinsame Ziel aller Abgeordneten, die Schiene auszubauen: "Um die Eisenbahn als Herzstück vernetzter und moderner Mobilität zu etablieren, ist es erforderlich, auch die digitalen Innovationen auf der Schiene voranzutreiben."

Für Stephan Krenz, DVF-Präsidiumsmitglied und Vorsitzender der Geschäftsführung der Abellio GmbH, hat das European Train Control System (ETCS) das Potenzial, die Betriebsstabilität zu erhöhen und zusätzlich mehr Kapazität auf die Schiene zu bringen. Darum solle es rasch unter finanzieller Beteiligung des Bundes implementiert werden. "Es braucht eine Synchronisierung in der Leit- und Sicherheitstechnik, um eine rechtzeitige Inbetriebnahme zu garantieren und Verspätungen für unsere Kunden und den Fahrgast zu vermeiden", ergänzte Jörg Nikutta, Geschäftsführer von Alstom Deutschland und Österreich. Dabei müssten in der Übergangszeit etwa 9000 Fahrzeuge umgerüstet werden. Dass die Umstellung sich rechne und dem Kunden nütze, bestätigte Kay Euler, Leiter Konzernprogramm Digitale Schiene Deutschland, Deutsche Bahn AG. ETCS biete die Chance, eine einheitliche Technologie einzuführen, die im Betrieb kostengünstiger sei.

Krenz unterstrich, dass mit ETCS ein großer Sprung bei der Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit erreicht werde. Nicht alle Verkehrsunternehmen könnten jedoch eine Umrüstung der Fahrzeuge kostenseitig stemmen. Beispielsweise könnten im Regionalverkehr diese Kosten nicht an den Kunden oder in laufende Verkehrsverträge weitergegeben werden. Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, versicherte, er wolle sich für die Förderung der Fahrzeugumrüstung einsetzen. (mab/NaNa)