Busse & Technik

Technik für sauberere Dieselbusse

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Das Paderborner Nahverkehrsunternehmen Padersprinter hat gemeinsam mit einem Hersteller für Abgastechnologie einen Weg gefunden, Fahrzeuge nachzurüsten, die mit Euro-V–Norm unterwegs sind. Das habe bei Fahrzeugherstellern bis vor kurzem noch als ausgeschlossen gegolten.

Bei der Suche nach bezahlbaren und leistungsfähigen Nachrüstlö­sungen für Bestandsfahrzeuge der Stufe Euro V sind die Fachleute des Paderborner Unternehmens auf ein Verfahren des finischen Unternehmens Proventia zur Abgasreinigung bei Dieselmotoren gestoßen. Gemeinsam mit dem Hersteller sei ein innovatives SCRT­System, das auch im Innenstadtverkehr die Schadstoffe PM und NOx effizient aus dem Abgas entferne, in ein Euro­V/EEV­Fahrzeug aus der Padersprinter-Flotte eingebaut worden. Als Reduktionsmittel wird in diesem System AD Blue verwendet. Um realistische Emissionsmessungen zu erreichen, erfolgten Testfahrten auf regulären Linienverläufen.

Die Ergebnisse wurden nun gemeinsam mit dem Nutzfahrzeugexperten Prof. Dr. Ralph Pütz von der Hochschule Landshut präsentiert. „Die bisherigen Ergebnisse sind aus unserer Sicht sensationell und unterbieten noch die Resultate, die wir im vergangenen Jahr mit dem System eines anderen Herstellers an älteren Fahrzeugen erzielt haben. Die mit dem jetzt nachgerüsteten SCRT­-System erzielten Werte sind noch einmal deutlich besser als die der aktuell vorgeschriebenen Euro-­VI­-Systeme der Fahrzeughersteller“, erläuterte Pütz. Durch die Abgasnorm Euro­-VI würden die Abgasgrenzwerte in Bezug auf den vorherigen Euro Standard um ein Vielfaches bis an die Nachweisgrenze gesenkt. „Unserer Ergebnisse sind keine Laborwerte, sondern Resultate aus dem alltäglichen Stadtverkehr“, verdeutlicht Padersprinter-Geschäftsführer Peter Bronnenberg. Das Pütz­-Gutachten bestätige, dass bei einem Gelenkbus mit dieser Technik der Gesamtausstoß der Stickoxide auf 0,1 g/km reduziert wird. Nach Ansicht des Paderborner Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann stellt die „präsentierte Nachrüstung für viele Verkehrsunternehmen eine kostengünstige und schnell umsetzbare Lösung dar“. (mab/NaNa)