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Bremer Straßenbahn plant Sammeltaxis

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Die Bremer Straßenbahn (BSAG) will eine App entwickeln, die die gesamte Mobilitätskette für Bremen aufzeigt und somit Carsharing- und Bikesharing-Angebote einbindet.

Ziel sei es, den Bürgern eine echte Alternative zum Autobesitz vor Augen zu führen. Noch in diesem Jahr soll es zu einer Kooperation mit einem Partner kommen. Auch arbeite man weiter an Konzepten zur Beförderung von Paketen. Das Bremer Taxigewerbe kritisiert, dass die BSAG damit nicht auf die lokalen Taxiunternehmen zugekommen sei. Dort arbeitet man an einem ähnlichen Angebot und hofft, dieses noch in 2018 zu realisieren.

BSAG-Vorstand Hajo Müller erklärt im „Weser-Kurier“, 70 Prozent der Kunden seien Pendler, die auch auf den Takt eines Fahrplans eingestellt wären. Doch für etwa 30 Prozent der Fahrgäste gelte, dass diese selbst bestimmen wollten, zu welcher Zeit sie fahren. Für diese sei „Mobilität auf Anforderung“ die bessere Lösung und diese sei mit Bus und Bahn nur bedingt zu erreichen. Müller nannte als Vorbild das (nicht nur) in der Türkei verbreitete Prinzip des Dolmuş (übersetzt: gefüllt), das sich dort zu Lande und zu Wasser seit vielen Jahrzehnten bewährt habe.

Der Vorstand räumt auch ein, dass das mit der Stadt Bremen vereinbarte Ziel, das jährliche Defizit noch weiter auf 40 Mio zu senken, nicht mehr realistisch sei. Man verhandle derzeit über einen Vertrag für die nächsten 22 Jahre. Die BSAG erreiche einen Modal-Split-Anteil von 14  Prozent, was nicht zuletzt am hohen Anteil des Fahrrads und guten Parkmöglichkeiten für Autofahrer liege. (FM/NaNa)